Rezensionen

#Werbung# [Rezension] Erin Kelly: Vier. Zwei. Eins.

"Am Anfang stand der Betrug. Dann die Lüge. Zum Schluss war es nur noch Feigheit. Und keiner hatte die leiseste Ahnung, in welche Katastrophe uns das alle führen würde."

 

Im Sommer 1999 erleben Kit und Laura eine totale Sonnenfinsternis in Cornwall. Im fahlen Dämmerlicht danach, glaubt Laura, etwas gesehen zu haben. Eine brutale Vergewaltigung. Doch der Mann bestreitet alles. Die Frau schweigt. Monate nach der Gerichtsverhandlung steht die Frau plötzlich vor Lauras und Kits Tür.

 

15 Jahre später: Laura und Kit leben unter falschem Namen an einem geheimen Ort. Keine Kontakte in die sozialen Medien, kein Eintrag im Telefonbuch, nur gelegentliche Telefonate. Laura lebt in ständiger Angst, dass die Frau sie wieder finden wird. Käme dann etwas ans Tageslicht, das womöglich besser im Dunkeln geblieben wäre?

Meine Meinung + Fazit

Gespannt habe ich auf den Erscheinungstermin dieses Buches hingefiebert, um dann das große Glück zu haben, es im Rahmen einer Vorab-Lesereunde bei Lovelybooks zu gewinnen. Die Autorin? Mir völlig fremd, aber ich bin immer offen für Neues. Der Titel? Klingt spannend! Das Cover? Gefällt mir sehr gut, tolle Gestaltung. Der Klappentext? Scheint vielversprechend zu sein, mit garantiertem Gänsehaut-Effekt! Die nüchterne Realität? Sah leider ganz anders aus...

 

Positiv an dem Buch war für mich der Schreibstil der Autorin, durch den man zum Einen in einen guten Lesefluss kam und sich zum Anderen in sämtliche Charaktere hineindenken konnte. Die Idee der Story hat auf jeden Fall auch genug Potenzial, das leider in keinster Weise ausgeschöpft wurde. Hineindenken in die Charaktere: ja; Authentizität und Tiefe? Fehlanzeige. Sie wirkten alle durchweg oberflächlich und haben immer wieder so unrealistisch gehandelt, dass es beim Lesen schon fast wehtat. Fängt die Geschichte noch relativ spannend an, merkt man leider schnell, dass sämtliche Handlungen und "Geheimnisse" gar nicht mal so undurchschaubar und geheim sind. Für mich war die gesamte Story von Beginn an total vorhersehbar und im Laufe der Kapitel habe ich mir tatsächlich einen Spaß daraus gemacht, meine Vermutungen aufzuschreiben, die dann zu 99,9% tatsächlich auch einige Seiten später genauso bestätigt wurden.

Die offensichtlich durchschaubare Story, die nicht einmal ansatzweise das hält, was der Klappentext verspricht, wird dann auch noch mit einem in meinen Augen absolut utopischen Ende gekrönt.

 

Leider hat mich VIER. ZWEI. EINS. von Erin Kelly so gar nicht überzeugen können und die Vorfreude entwickelte sich relativ schnell in pure Enttäuschung. Empfehlen kann ich das Buch also definitiv nicht.

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[Rezension] Christoph Martin: Die Expansion

In der Politik und in der Wirtschaft ist die Wahrheit eine Ermessensfrage.


Für Max Burns ist ein Traum wahr geworden: Als Chefingenieur ist er für das Konzept und die Überwachung eines der größten Bauprojekte des 21. Jahrhunderts zuständig, die Erweiterung des Panamakanals.


Ihre Tarnidentität am Smithsonian Tropical Research Institute erlaubt es Agentin Karis Deen das Bauprojekt rund um den Panamakanal im Blick zu behalten. Denn in der Welt des internationalen Handels und der Diplomatie sind die Einsätze hoch und es wird nicht immer fair gespielt.
Bald gerät Max in ein Netz aus Intrigen und Verrat, das weit über die idyllischen Ufer Mittelamerikas hinausreicht. Seine einzige Verbündete scheint Karis zu sein, aber kann er ihr trauen?

Meine Meinung + Fazit

Mit "Die Expansion" hat Christoph Martin einen Wirtschaftsthriller geschrieben, den man so schnell nicht aus der Hand legen kann. Mit einem anschaulichen Schreibstil entführt der Autor den Leser ins tropische Panama, wo offenbar so einiges vor sich geht. Er lässt den Leser das Bauprojekt und alles drumherum von Anfang an durch detailreiche Schilderungen miterleben und baut die Spannung von Kapitel zu Kapitel immer mehr auf.

 

Gut durchdachte Charaktere mit persönlicher Tiefe tragen maßgeblich zum Lesevergnügen bei. Jeder einzelne von ihnen entwickelt sich im Laufe der Geschichte weiter - es macht einfach Spaß ihnen dabei zuzusehen und sie durch das Netz aus Intrigen und Verrat zu begleiten. Besonders gefallen hat mir Karis, die hier als starke Frau auftritt, sich nichts gefallen lässt und doch in ihrer Weiblichkeit bleibt. Oft genug gibt es klischeehaft-weibliche Protagonistinnen oder der solchen starke, die dann schon fast männlich wirken - hier ist dies glücklicherweise nicht der Fall!

 

Obwohl Wirtschaftsthriller für mich immer so eine Sache sind, da solche auch oft nach hinten losgehen können, was Spannung und Story angeht, hat Christoph Martin mich mit "Die Expansion" vollkommen überzeugen können. Neben seinem super Schreibstil, den tollen Charakteren und der sich steigernden Spannung, hat sicherlich auch das Setting in Panama dazu beigetragen, dass ich dieses Buch nicht mehr weglegen wollte, denn: gefühlt spielen 9 von 10 Büchern in England, den USA oder Deutschland - das hier war einfach mal etwas anderes für mich. Einzig das Cover könnte etwas besser gestaltet sein, denn die schwarze Schrift auf der schwarzen Palme ist nicht gut zu erkennen.

 

Abgesehen von diesem kleinen Cover-Minuspunkt: Alle Daumen hoch für diesen packenden Thriller!

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[Rezension] Wolfgang Hohlbein: Killer City

Chicago, 1893: Die kürzlich eröffnete Weltausstellung lockt Millionen Besucher nach Chicago. Alle wollen sich an den neuesten technischen Wundern ergötzen. Doch unter die nichts ahnenden Besucher hat sich ein Raubtier gemischt.

 

Thornhill hat schon viele Menschen getötet. Immer auf der Suche nach seiner nächsten Beute, zieht er durch Amerika. In Chicago hofft er, in der Masse der Touristen unterzutauchen. Bald entflammt sein Hunger nach dem berauschenden Gefühl des Tötens, der tief am Grunde seiner Seele lauert, jedoch erneut. Und wenn die Dunkelheit ruft, muss Thornhill dem Ruf folgen …

Meine Meinung

Schon bevor das Buch erschienen ist, stand es auf meiner "Must Read"-Liste. Tatsächlich habe ich in meinem Leben bisher wenn es hoch kommt 2 Bücher von Wolfgang Hohlbein gelesen, aber soweit ich mich erinnere, gefielen sie mir gut. "Killer City" hat mich direkt angesprochen, denn sowohl Cover und Titel als auch Klappentext versprechen einiges an Spannung! Ich hatte das Glück, ein Vorab-Exemplar in eBook-Form zu ergattern, so konnte ich also frühzeitig beginnen, das Buch zu lesen - und der Plan war, pünktlich zum Erscheinungstermin die Rezension zu schreiben; so sehr können Pläne daneben gehen...

 

Wolfgang Hohlbein hat einen ganz eigenen, aber durchaus interessanten Schreibstil, der sich der Zeit des Geschehens durchweg anpasst. So ist man hier oft mit "alten" Wörtern konfrontiert, die jedoch alle verständlich sind oder sich zumindest aus Zusammenhängen ergeben. Die Kapitel springen in unterschiedlichen Jahrzehnten hin und her, sind allerdings (zumindest noch zu Beginn) gut nachzuvollziehen und zu unterscheiden. Diese Übergänge werden jedoch immer schwammiger und gestalten das Lesen daher zunehmend anstrengender.

 

Der Hauptprotagonist, Thornhill, ist eine komplizierte Person mit sehr vielen ebenso komplizierten Gedankengängen. Ihm zu folgen, seine Taten nachzuvollziehen, ihn zu verstehen, ist nicht immer leicht. Auf Dauer nerven seine Zweifel und Überlegungen beim Lesen leider sehr. Andere Charaktere bleiben oft oberflächlich, tauchen auf, verschwinden wieder oder waren nie wirklich da (so viel zu Thornhills Gedankengängen).

 

Leider verspricht der Klappentext mehr, als er letztendlich halten kann. Zu Beginn ist es noch spannend und man wartet nur darauf, was Thornhill nun in Chicago anstellen wird. Doch dann wird die Story immer langweiliger, es passiert nicht wirklich etwas, das nicht Vorhersehbar wäre; und vor allen Dingen passiert nichts, was auf dem Klappentext so angepriesen wird - ein Serienkiller auf einer Weltausstellung unter tausenden Besuchern? Daraus kann man viel machen - das hat der Autor aber leider nicht.

Fazit

Je größer die Vorfreude, umso tiefer die Enttäuschung. Dieses Buch konnte mich leider nicht überzeugen, denn obwohl "Thriller" draufsteht, steckt kein Thriller drin. Dementsprechend keine Empfehlung meinerseits...

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