REZENSIONEN

[Rezension] Bernard Cornwell: Das letzte Königreich

Das Buch

Mit den Drachenbooten kommt der Tod

 

Nordengland im Jahre 866: Mit zehn Jahren erlebt der Fürstensohn Uhtred den Einfall der Wikinger. Sein ungestümer Mut in der Schlacht beeindruckt den Anführer der Dänen so sehr, dass er Uhtred verschont und als Ziehkind aufnimmt. Mit den Jahren wird der Junge fast einer von ihnen. Nach Raub- und Eroberungszügen voller Blut und Gewalt droht auch Wessex, das letzte der fünf angelsächsischen Königreiche, an die Eroberer zu fallen. Doch da wechselt Uhtred wieder die Seiten ...

Meine Meinung

Erst die Netflix-Serie "The Last Kingdom" hat mich auf den Geschmack der Uhtred-Saga gebracht. Nach der Serie habe ich sämtliche Hörbücher gehört und nun endlich das erste Buch der Reihe gelesen. Man kann sich fragen, ob das nicht irgendwann langweilig wird, wenn man doch die Geschichte schon kennt. Aber ich sage euch: Nein, nicht in diesem Fall!

 

Bernard Cornwell ist ein Meister seines Faches und fesselt den Leser mit wortgewandten Schilderungen historischer Hergänge von der ersten bis zur letzten Seite. Sein Schreibstil ist angenehm und lässt beim Lesen den Alltag und alles um einen herum vergessen. Trotz einer Länge von 480 Seiten ist der Roman kurzweilig, die Spannung immer vorhanden. Cornwell baut eine auf wahren Begebenheiten beruhende Geschichte um den fiktiven Krieger Uhtred auf, die den Leser nicht mehr loslässt.

 

Die Charaktere sind vollkommen authentisch dargestellt und das liegt sicherlich nicht nur an den zum Teil wirklich überlieferten Personen, die in diesem Roman eine große Rolle spielen. Auch die fiktiven Figuren (wie beispielsweise Uhtred und Ragnar) wirken realistisch und sind perfekt in ihre historisch reale Welt eingefügt. Es macht Spaß, die Charaktere bei ihrer Entwicklung über die Jahre hinweg zu begleiten und ihnen so immer näher zu kommen.

 

Dass die Geschichte größtenteils historischen Fakten entnommen ist, macht das Ganze sehr interessant und noch einmal spannender. So kann man sich mit britischer Geschichte beschäftigen, ohne "trockene" wissenschaftliche Werke lesen zu müssen. Natürlich sollte man nicht  glauben, dass es genau so und nicht anders war, aber der grobe Ablauf der Geschehnisse stimmt und auch die Könige haben sehr wohl existiert.

Fazit

Alles in Allem bin ich absolut begeistert von diesem historischen Roman. Bernard Cornwell versteht es, den Leser in eine andere Zeit zu entführen und nicht mehr loszulassen. Eine klare Empfehlung meinerseits! Auch die Netflix-Serie und die Hörbücher lohnen sich. Ich freue mich schon auf den zweiten Teil der Uhtred-Saga, der nur darauf wartet, von mir gelesen zu werden!

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[Rezension] Daniel Cole: Ragdoll - Dein letzter Tag

Das Buch

Eine Leiche. Sechs Opfer. Ein Racheengel, der nicht aufzuhalten ist.

 

Der umstrittene Detective William Oliver Layton-Fawkes, genannt Wolf, ist nach seiner Suspendierung wieder in den Dienst bei der Londoner Polizei zurückgekehrt. Wolf ist einer der besten Mordermittler weit und breit. Er dachte eigentlich, er hätte schon alles gesehen. Bis er zu einem grausigen Fund gerufen wird. Sechs Körperteile von sechs Opfern sind zusammengenäht zu einer Art Lumpenpuppe, einer »Ragdoll«. Gleichzeitig erhält Wolfs Exfrau eine Liste, auf der sechs weitere Morde mit genauem Todeszeitpunkt angekündigt werden. Ein Wettlauf gegen die Zeit beginnt, doch der Ragdoll-Mörder ist der Polizei immer einen Schritt voraus. Und der letzte Name auf der Liste lautet: Detective William Oliver Layton-Fawkes ...

Das hat mir gefallen:

Daniel Cole hat einen angenehmen Schreibstil, bei dem man leicht abschalten und sich voll und ganz auf das Buch einlassen kann. Die Seiten fliegen beim Lesen nur so dahin, daher ist das Buch trotz seiner Länge von fast 480 Seiten sehr kurzweilig. Durch detaillierte Beschreibungen fällt es sehr leicht, sich in die Situation hineinzuversetzen und sich die Orte genau vorzustellen.

 

Die Protagonisten werden über mehrere Kapitel nach und nach eingeführt. Wirklich gut hat mir Detective William Oliver Layton-Fawkes gefallen, der in seiner ganzen Art ein absoluter Antiheld ist: rau, irgendwie labil und besessen vom Ragdoll-Fall. Aber auch zu den anderen Protagonisten kann man beim Lesen schnell Zugang finden, da sie charakterliche Tiefe aufweisen und nicht einfach nur Personen neben Fawkes sind, die man im Buch eben braucht. Cole hat sich bei der Ausarbeitung der Charaktere und vor allem bei ihrer Entwicklung im Laufe der Geschichte genügend Zeit gelassen - aber nicht so viel, dass es langweilig werden würde.

 

Von der Story war ich schon beim Klappentext angetan. Der Prolog packt einen direkt und wenn dann die eigentliche Story beginnt, kann man das Buch kaum noch weglegen. Der Autor reißt den Leser regelrecht mit und gibt genug Anstöße, um selbst über den Fall nachzugrübeln. Hier ein Hinweis, da eine widersprüchliche Information: dem Leser wird auf keinen Fall langweilig! Und auch der Spannungsbogen hat es in sich. Die Spannung baut sich immer weiter auf und findet im letzten Viertel des Buches ihren Höhepunkt.

Das hat mir nicht gefallen:

Leider fand ich diese "Pseudo"-Liebesgeschichte zwischen Wolf und seiner Kollegin irgendwie unnötig, nervig und vor allen Dingen unauthentisch. Unerwiderte Liebe, verletzte Gefühle, tränenreiche Eingeständnisse - all das hatte nichts mit dem Fall zu tun und hätte dementsprechend auch weggelassen werden können. Was genau der Autor sich dabei gedacht hat, kann ich leider nicht nachvollziehen.

Fazit

Ein ereignisreicher, rasanter Thriller, den ich wirklich empfehlen kann. Von der "Lovestory" muss man sich nicht stören lassen - man kann ja versuchen, es einfach zu überlesen! Der Thriller hat mich ansonsten wirklich sehr angesprochen und mir ein paar schöne Lesestunden bereitet.

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[Rezension] Lara Steel: Ferien für eine Leiche

Das Buch

Am letzten Schultag vor den Sommerferien ist Megan Fairchild bereits voller Vorfreude auf einen langen Urlaub und kann es kaum erwarten, Inspektor Grant ein ganz besonderes Geburtstagsgeschenk zu machen. Allerdings findet sie den Inspektor dann sichtlich aufgebracht vor, da seine Exfrau Belana plötzlich spurlos verschwunden zu sein scheint. Trotz einiger Zweifel entschließt sich Megan ihm bei der Suche zu helfen. Die Spur führt die Beiden schnell auf die schottische Insel „Lewis and Harris“, wo sie schon bald mysteriöse Hinweise rund um einen keltischen Steinkreis und eine verschwundene Bronzehalskette entdecken. Megan ahnt jedoch, dass weit mehr hinter allem stecken muss, als plötzlich die erste Leiche auftaucht...

Meine Meinung

Eigentlich habe ich mir das Buch nur geholt, weil ich Schottland so sehr liebe und Geschichten in diesem Setting absolut mag. Ohne große Erwartungen - vor allem, da ich die Autorin bisher nicht kannte - habe ich mich also an den Krimi gewagt.

 

Lara Steel hat einen angenehmen Schreibstil, der dem Leser einen guten Lesefluss ermöglicht. In der mobi-Datei von Amazon sind leider einige Fehler, die überarbeitet werden sollten - als wirklich störend habe ich sie jedoch nicht empfunden. Steel beschreibt alles sehr detailliert, sodass man sich beim Lesen am Ort des Geschehens schnell wiederfindet.

 

Auch die Protagonisten sind individuell gestaltet und haben sowohl Stärken als auch Schwächen. Eben dadurch wirken sie sehr authentisch, so hat man als Leser kein Problem Zugang zu ihnen zu finden. Im Laufe der Geschichte entwickeln sie sich weiter, was mir gut gefallen hat.

 

Der Fall, den Megan und Grant lösen müssen, ist auf jeden Fall spannend. Bis zum Schluss bleibt das Ganze für den Leser undurchsichtig, so kann man immer miträtseln und überlegen, was denn nun die Lösung ist.

 

Das Cover gefällt mir nicht wirklich. Zwar stellt es Schottland ganz gut dar, mit dem Inhalt hat es allerdings nichts zu tun.

Fazit

Der Krimi von Lara Steel ist sehr kurzweilig und kann ohne große Anstrengung oder Konzentration gelesen werden. Für mich war er perfekt für Zwischendurch und zum Abschalten kann ich ihn auf jeden Fall empfehlen.

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